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In den kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU)
unserer Region wird die EU-Osterweiterung bedacht und diskutiert.
Man fragt sich: Was bringt der neue Ost-Markt meinem Unternehmen? An welcher Stelle muss
meine Firma aktiv werden, wo muss der Hebel zielgerichtet angesetzt werden? Weil
Erfahrungen im Ost-West-Consulting vorliegen, bedingt durch die über sieben Jahre
veranstalteten internationalen Kontaktbörsen für KMU durch den Ost-West Verein e. V. zur
Förderung internationaler Wirtschaftskontakte, wollen wir uns äußern. Wenn ein
regionaler Unternehmer zu der Auffassung gelangt ist, den neuen Ost-Markt nutzen zu
wollen, so ist seine Zielstellung,
1. den Verkauf der eigenen Produkte auf dem Ost-Markt anzugehen und/oder
2. die Gründung, mit oder ohne Kooperation zu einem osteuropäischen Partner, zu
versuchen.
Da für eine Gründung Investmittel notwendig sind, die die Betriebe unserer Region im
allgemeinen nicht besitzen und das Risiko einer Kreditaufnahme zu groß erscheint, raten
wir, eben mit vollem Bedacht, geplant einen ersten Schritt zu gehen, d. h. für eigene
Produkte Vertriebswege Richtung Osten zu erkunden. Dem Vertrieb könnte in einem zweiten
Schritt die Gründung folgen. Um sich die Problematik der EU-Osterweiterung besser
veranschaulichen zu können, vollziehen Sie gedanklich eine Analogie. Sie lassen noch
einmal die Vorgänge Revue passieren, die Sie selbst erlebt haben, als Unternehmen aus den
alten Bundesländern hier ihre Produkte verkauften bzw. in Ost-Deutschland ansässig
wurden.
Einen Unterschied gibt es bezüglich der Ost-Erweiterung allerdings:
Heute sind die Unternehmen in den neuen Bundesländern am Zuge!
Folgend einige Hinweise zum Vertrieb:
1. Der Ost-Markt (Baltikum, Polen, Tschechien usw.) hält durch die EU-Osterweiterung ein
Potenzial von einer halben Milliarde Käufern bereit.
2. Die Beitrittsländer werden zu Höchstfördergebieten der EU erklärt. Es werden nicht
unbedeutende Subventionen (Transferzahlungen) von Brüssel Richtung Osten fließen. Warum
sollen Betriebe aus den neuen Bundesländern diese nicht mit nutzen? Die Einfuhr von
Produkten aus den alten EU-Ländern wie Deutschland werden für die Polen, Tschechen usw.
subventioniert. An diesem Geldfluß sollten Sie teilhaben.
3. Die heute besonders heiß diskutierte "Arbeitnehmerfreizügigkeit", d. h. der
Strom der gelernten und ungelernten Arbeitskräfte aus dem Osten, ob als Migranten oder
als Pendler, wird kommen, so wie heute viele Ostdeutsche gen Westen fahren. Das kann für
Sie aber auch eine Chance sein. Um Ihren Vertrieb im Ausland aufzubauen, suchen Sie sich
aus diesem Arbeitnehmerstrom die für Sie passenden Arbeitnehmer aus. Wenn Sie Gelegenheit
haben, sollte schon heute nach Vertriebspersonal in dem gewählten Land Ausschau gehalten
werden.
4. Falls Sie zurzeit selbst so genannte Massenware bzw. Einfach-Produkte (oft auch etwas
abfällig Billig-Produkte genannt) herstellen und diese im Osten verkaufen wollen, können
Sie natürlich in die Bredouille geraten, weil dieser Markt durch die Firmen dort längst
besetzt ist. Da hilft nur eines, ein anderes Produkt anstreben oder wenn es doch dabei
bleiben soll, die Qualität hoch zu halten und möglichst noch billiger zu produzieren.
Eines sei den Mitarbeitern der Betriebe in der Region gesagt, wenn es gelingt, die eigenen
Firmenprodukte in Größenordnungen im Osten zu verkaufen oder gar dort zu gründen, dann
werden die Arbeitsplätze hier sicherer.
5. Bis zu dem Tag X der Erweiterung um die Länder im Osten müssen wir von Brüssel
erwarten können, dass eine Angleichung der rechtlichen Normen, der
Verwaltungsvorschriften, der Steuersysteme, der Infrastruktur (zumindest in Ansätzen) und
der Sicherheit für Vertreiber und Investoren vollzogen worden ist. Viel zu undeutlich
wird heute Antwort darauf gegeben, wer eigentlich den dann gemeinsamen Rechtsraum
überwacht.
6. Wenn ein KMU der Region an den hier behandelten Inhalten und Problemen Interesse hat,
dann empfehlen wir mit Firmenvertretern (ca. 70) der Branchen Metallbau, Stahlbau,
Metallbearbeitung; Bau, Baustoffe, Fertighäuser; Elektronik; Spedition; Ost-Consulting
usw. am 10. April 2003 ab 9.30 Uhr im Rathaus Torgau in Kontaktgespräche zu gehen; alle
sind deutschsprechend. Die Unternehmer kommen aus Deutschland, Slowenien, Slowakei,
Tschechien, Polen, Rußland. Außerdem ist während der Börse eine Diskussionsrunde
organisiert, in welcher deutsche Unternehmer, d. h. Praktiker zu Wort kommen, die bereits
auf dem Ost-Markt tätig sind. Bei Teilnahme des Betriebes an der Börse ist es
erforderlich, das Firmenprofil sowie den Vertreter der Firma vorher anzumelden.