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Die EU-Osterweiterung und die Unternehmen in Torgau, Oschatz und der Region
Internationale Unternehmerbörse in Torgau, 10. und 11. April 2003

In den kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) unserer Region wird die EU-Osterweiterung bedacht und diskutiert.
Man fragt sich: Was bringt der neue Ost-Markt meinem Unternehmen? An welcher Stelle muss meine Firma aktiv werden, wo muss der Hebel zielgerichtet angesetzt werden? Weil Erfahrungen im Ost-West-Consulting vorliegen, bedingt durch die über sieben Jahre veranstalteten internationalen Kontaktbörsen für KMU durch den Ost-West Verein e. V. zur Förderung internationaler Wirtschaftskontakte, wollen wir uns äußern. Wenn ein regionaler Unternehmer zu der Auffassung gelangt ist, den neuen Ost-Markt nutzen zu wollen, so ist seine Zielstellung,
1. den Verkauf der eigenen Produkte auf dem Ost-Markt anzugehen und/oder
2. die Gründung, mit oder ohne Kooperation zu einem osteuropäischen Partner, zu versuchen.
Da für eine Gründung Investmittel notwendig sind, die die Betriebe unserer Region im allgemeinen nicht besitzen und das Risiko einer Kreditaufnahme zu groß erscheint, raten wir, eben mit vollem Bedacht, geplant einen ersten Schritt zu gehen, d. h. für eigene Produkte Vertriebswege Richtung Osten zu erkunden. Dem Vertrieb könnte in einem zweiten Schritt die Gründung folgen. Um sich die Problematik der EU-Osterweiterung besser veranschaulichen zu können, vollziehen Sie gedanklich eine Analogie. Sie lassen noch einmal die Vorgänge Revue passieren, die Sie selbst erlebt haben, als Unternehmen aus den alten Bundesländern hier ihre Produkte verkauften bzw. in Ost-Deutschland ansässig wurden.
Einen Unterschied gibt es bezüglich der Ost-Erweiterung allerdings:
Heute sind die Unternehmen in den neuen Bundesländern am Zuge!
Folgend einige Hinweise zum Vertrieb:
1. Der Ost-Markt (Baltikum, Polen, Tschechien usw.) hält durch die EU-Osterweiterung ein Potenzial von einer halben Milliarde Käufern bereit.
2. Die Beitrittsländer werden zu Höchstfördergebieten der EU erklärt. Es werden nicht unbedeutende Subventionen (Transferzahlungen) von Brüssel Richtung Osten fließen. Warum sollen Betriebe aus den neuen Bundesländern diese nicht mit nutzen? Die Einfuhr von Produkten aus den alten EU-Ländern wie Deutschland werden für die Polen, Tschechen usw. subventioniert. An diesem Geldfluß sollten Sie teilhaben.
3. Die heute besonders heiß diskutierte "Arbeitnehmerfreizügigkeit", d. h. der Strom der gelernten und ungelernten Arbeitskräfte aus dem Osten, ob als Migranten oder als Pendler, wird kommen, so wie heute viele Ostdeutsche gen Westen fahren. Das kann für Sie aber auch eine Chance sein. Um Ihren Vertrieb im Ausland aufzubauen, suchen Sie sich aus diesem Arbeitnehmerstrom die für Sie passenden Arbeitnehmer aus. Wenn Sie Gelegenheit haben, sollte schon heute nach Vertriebspersonal in dem gewählten Land Ausschau gehalten werden.
4. Falls Sie zurzeit selbst so genannte Massenware bzw. Einfach-Produkte (oft auch etwas abfällig Billig-Produkte genannt) herstellen und diese im Osten verkaufen wollen, können Sie natürlich in die Bredouille geraten, weil dieser Markt durch die Firmen dort längst besetzt ist. Da hilft nur eines, ein anderes Produkt anstreben oder wenn es doch dabei bleiben soll, die Qualität hoch zu halten und möglichst noch billiger zu produzieren. Eines sei den Mitarbeitern der Betriebe in der Region gesagt, wenn es gelingt, die eigenen Firmenprodukte in Größenordnungen im Osten zu verkaufen oder gar dort zu gründen, dann werden die Arbeitsplätze hier sicherer.
5. Bis zu dem Tag X der Erweiterung um die Länder im Osten müssen wir von Brüssel erwarten können, dass eine Angleichung der rechtlichen Normen, der Verwaltungsvorschriften, der Steuersysteme, der Infrastruktur (zumindest in Ansätzen) und der Sicherheit für Vertreiber und Investoren vollzogen worden ist. Viel zu undeutlich wird heute Antwort darauf gegeben, wer eigentlich den dann gemeinsamen Rechtsraum überwacht.
6. Wenn ein KMU der Region an den hier behandelten Inhalten und Problemen Interesse hat, dann empfehlen wir mit Firmenvertretern (ca. 70) der Branchen Metallbau, Stahlbau, Metallbearbeitung; Bau, Baustoffe, Fertighäuser; Elektronik; Spedition; Ost-Consulting usw. am 10. April 2003 ab 9.30 Uhr im Rathaus Torgau in Kontaktgespräche zu gehen; alle sind deutschsprechend. Die Unternehmer kommen aus Deutschland, Slowenien, Slowakei, Tschechien, Polen, Rußland. Außerdem ist während der Börse eine Diskussionsrunde organisiert, in welcher deutsche Unternehmer, d. h. Praktiker zu Wort kommen, die bereits auf dem Ost-Markt tätig sind. Bei Teilnahme des Betriebes an der Börse ist es erforderlich, das Firmenprofil sowie den Vertreter der Firma vorher anzumelden.

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