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Trotz komplizierter Ausgangsbedingungen wie der ungünstigen
Geschäftslage für den Mittelstand sowie den Belastungen nach dem Hochwasser in Sachsen
war die internationale Unternehmerbörse Ost-West am 12. und 13. September in Torgau
wiederum erfolgreich.
An der internationalen Kontaktbörse nahmen 80 Unternehmer aus 10 europäischen Ländern
teil; vertreten waren Polen, Tschechien, Slowakei, Slowenien, Ungarn, Rumänien, Moldau,
Rußland, Österreich und Deutschland.
Von den deutschen Unternehmern kamen 26 aus dem Freistaat Sachsen; davon wiederum 14
Firmenvertreter aus dem Landkreis Torgau-Oschatz, inklusive der Städte Torgau und
Oschatz. Die Branchen Metall und Bau, zuzüglich Baunebengewerbe dominierten die zwei
Börsentage. Kontaktanbahnungen sowie die Entwicklung kooperativer Beziehungen zwischen
den kleinen und mittelständischen Unternehmen aus Deutschland und Osteuropa waren das
Anliegen der Börse.
Der seit der Vorgänger-Börse zu registrierende Trend, den üblichen informativen
Gesprächen der Firmenvertreter, auch wirkliche Absichten und Abschlüsse bei der
Zusammenarbeit folgen zu lassen, hielt erfreulicherweise weiter an.
Über die Hälfte der anwesenden Firmen sind nach den zwei Börsentagen mit konkreten
Vereinbarungen, die zu spezifischen Verträgen führen und die Auftragsbücher füllen
werden, zurückgereist.
Ein Beispiel sei genannt: Der Verantwortliche der Deutschland-Filiale einer slowenischen
Bau- und Montagefirma hat während der Börse in Torgau gegenüber deutschen
Bauunternehmen ein Konzept entwickelt, das bereits die neuen Verhältnisse nach einer
EU-Osterweiterung berücksichtigte.
Im Wesentlichen ging es ihm darum, einen Zusammenschluss von Teilen eines passenden
deutschen Bauunternehmens mit ausgesuchten Teilen der besagten slowenischen Baufirma zu
empfehlen. Seine Argumente: In den sicheren Regionen des ehemaligen Jugoslawiens (wie
Kroatien) muss der Wiederaufbau von Gebäuden, Brücken, Straßen forciert werden. Dem
kooperationsbereiten deutschen Unternehmen wird über Slowenien, mittels der
Balkan-Erfahrung der slowenischen Baufirma ein Geschäftsfeld eröffnet, das nicht nur
für beide Firmen Arbeitsplätze sichert, sondern beide Betriebe grundsätzlich stabiler
gegenüber äußeren Schwankungen erscheinen lassen wird.
Ein seminaristisches Rahmenprogramm begleitete an beiden Börsentagen die Unternehmer.
Hierbei wurde von den bereits auf dem Ost-Markt aktiven deutschen Unternehmen
herausgearbeitet, dass es gegenwärtig drei Gründe gibt, in Osteuropa tätig zu werden:
Es sind das sich bietende Vertriebspotential auf dem Ost-Markt, die Kostenvorteile beim
Gründen sowie der Zugriff auf qualifizierte Mitarbeiter. Es wurde wortwörtlich gesagt:
"Am Anfang hatten die Mitarbeiter der eigenen Firma in Deutschland Angst um ihre
Arbeitsplätze. Mittlerweise wissen sie, dass der Produktionsstandort Osteuropa ihre
Arbeitsplätze am Heimatort sichert."
Durch die bevorstehende EU-Osterweiterung werden die deutschen Unternehmen in die Pflicht
genommen, ob sie das im einzelnen unbedingt wollen oder nicht, sich mit den Chancen und
Risiken nach dem EU-Beitritt einiger Ost-Länder und so auch mit den neuen Verhältnissen
auf dem Ost-Markt auseinander zu setzen.
Internationale Unternehmerbörsen, noch dazu vor der eigenen Haustür, helfen hiesigen
Betrieben Unklarheiten und Barrieren abzubauen! Die nächste internationale
Unternehmerbörse Ost-West findet am 11. und 12. April 2003 wiederum in Torgau statt.
Der veranstaltende Ost-West Verein zur Förderung internationaler Wirtschaftskontakte
möchte die bewährte Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Torgau und dem Landratsamt
Torgau-Oschatz fortsetzen.
Statistik der Unternehmerbörse Ost-West in Torgau:
An der Kontaktbörse OST-WEST in Torgau vom 12. - 13.09.2002 nahmen 80 Unternehmer aus 10
Ländern teil. Eine Übersicht nach Ländern und Anzahl der anwesenden Unternehmer
geordnet hat folgendes Aussehen:
Deutschland (D) 51, Rußland (RUS) 1, Tschechien (CZ) 1, Polen (PL) 11, Slowakei (SK) 5,
Slowenien (SL) 4, Österreich (A) 1, Ungarn (H) 1, Rumänien (RO) 1, Moldauische Republik
(MD) 4
Die Branchengruppe Maschinen- und Anlagenbau, Fahrzeugbau, Logistik und Speditionen war
mit 21 Unternehmer besetzt; davon Pl mit 8, SK mit 1, D mit 12.
Der Branchengruppe Elektrotechnik, Informationstechnologie (IT), Umwelttechnik; chemische
und pharmazeutische Industrie; Bau; Glas-, Holz- und Kunststoffverarbeitung wurden 25
Unternehmer zugeordnet; davon SK mit 2, SL mit 3, H mit 1, RO mit 1, MD mit 1, A mit 1, D
mit 16.
Die Branchengruppe Getränke- und Lebensmittelindustrie, Verarbeitung landwirtschaftlicher
Produkte, Verpackungsindustrie, Textilindustrie, Handel im allgemeinen war mit 9
Unternehmern besetzt; davon SK mit 1, MD mit 3, D mit 5.
Zur Branchengruppe Ingenieurbüros, Consulting, Werbung, Bildung, Verwaltung wurden 25
Unternehmer gezählt; davon PL mit 3, RUS mit 1, CZ mit 1, SK mit 1, SL mit 1, D mit 18.
Von den insgesamt 80 Unternehmern kamen 51 aus Deutschland; von den deutschen Firmen waren
43 aus den neuen und 8 aus den alten Bundesländern; von den ostdeutschen Firmen kamen 26
aus Sachsen und davon 14 Firmenvertreter von Betrieben aus dem Landkreis Torgau-Oschatz.
Es sind bis zu 225 Geschäftsgespräche geführt worden. Zirka 80 vertragsähnliche
Vereinbarungen über gemeinsame Geschäftstätigkeiten zwischen Firmen aus Osteuropa und
Deutschland wurden getroffen. 9 Firmen betrieben während der Börse Ausstellungsstände.

Vertreter der Branchen Bau und Baunebengewerbe, die an der Kontaktbörse
in Torgau, September 2002 teilnahmen Foto: Dr. Niedersen
