Wirtschaft Technik Tradition

Unternehmerbörse unterstützt Kooperationen auf dem Ost-Markt
Torgauer Kontaktbörse ist im Terminkalender der internationalen Unternehmerschaft fest eingetragen

Die 13. Internationale Unternehmerbörse Ost-West, am 10. und 11.04.2003 in Torgau, Rathaus durchgeführt, diente der Förderung von Kontakten und Kooperationen zwischen kleinen und mittelständischen Betrieben aus Deutschland (Sachsen) und solchen aus den EU-Beitrittsländern in Osteuropa. An der Internationalen Unternehmerbörse Ost-West nahmen 103 Firmenvertreter aus 6 Ländern teil; vertreten waren Unternehmer aus Polen, Tschechien, der Slowakei, Slowenien, Russland und Deutschland. Eine Übersicht nach Ländern und Anzahl der anwesenden Unternehmer geordnet hat folgendes Aussehen: Deutschland (D) 51, Russland (RUS) 4, Tschechien (CZ) 21, Polen (PL) 11, Slowakei (SK) 12, Slowenien (SL) 4. Die Branchengruppe Maschinen- und Anlagenbau, Fahrzeugbau, Logistik und Speditionen war mit 40 Unternehmern besetzt; davon D mit 22, Pl mit 2, CZ mit 10, SK mit 5, SL mit 1. Der Branchengruppe Elektrotechnik, Informationstechnologie (IT), Umwelttechnik; chemische und pharmazeutische Industrie; Bau; Glas-, Holz- und Kunststoffverarbeitung wurden 18 Unternehmer zugeordnet; davon D mit 7, CZ mit 6, SK mit 3, SL mit 2. Die Branchengruppe Lebensmittel- und Getränkeindustrie, Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte, Verpackungsindustrie, Textilindustrie, Handel im Allgemeinen war mit 16 Unternehmern besetzt; davon CZ mit 3, SK mit 3, D mit 10. Zur Branchengruppe Ingenieurbüros, Consulting, Werbung, Bildung, Verwaltung wurden 29 Unternehmer gezählt; davon PL mit 9, RUS mit 4, CZ mit 2, SK mit 1, SL mit1, D mit 12. Von den insgesamt 103 Unternehmern kamen 51 aus Deutschland; von den deutschen Firmen waren 45 aus den neuen und 6 aus den alten Bundesländern; von den ostdeutschen Firmen kamen 25 aus Sachsen, davon wiederum 14 Firmenvertreter aus Betrieben des Landkreises Torgau-Oschatz. Es sind bis zu 200 Geschäftsgespräche geführt worden. Getroffen wurden zirka 80 vertragsähnliche Vereinbarungen über gemeinsame Geschäftstätigkeiten zwischen Firmen aus Osteuropa und Deutschland, 15 zwischen deutschen und etwa 10 zwischen osteuropäischen Betrieben. 4 Firmen warteten während der Börse mit Ausstellungsständen auf.
Die internationalen Kontaktgespräche:
Nachdem jede Seite Informationen über das eigene Firmenprofil vorgetragen hatte, ging es bei der Mehrzahl der Kontaktgespräche zwischen den deutschen Unternehmern und den osteuropäischen Firmenvertretern, um Möglichkeiten der Fertigung durch Betriebe in den östlichen Ländern und um Chancen des Vertriebs auf dem Ost-Markt. Alle ausländischen Firmen hatten deutschsprechendes Fachpersonal gesandt. Einige Bemerkungen zu den Gesprächen während der Börse, die zu dem Bereich Fertigung geführt wurden: Sächsische Betriebe, etwa der Branche Stahlbau und Montage, erwägen, bestimmte Stahlkonstruktionen (Komponenten) in einem osteuropäischen Metallbau-Betrieb fertigen zu lassen. Auch das Verzinken oder der Grundanstrich sowie der Transport bis zu der Baustelle in Deutschland oder in einem anderen westeuropäischen Land würde dann in dem Zuliefer-Angebot der Ost-Firma mit enthalten sein. Durch die Kooperation mit den osteuropäischen Betrieben auf dem Gebiet der Fertigung werden sächsische Firmen bei den Ausschreibungen günstigere Angebote einreichen können. Warum wurde bei den Kontaktanbahnungen auf der Börse über den Vertrieb gesprochen? Das osteuropäische Unternehmen hat auf dem Ost-Markt ein funktionierendes Vertriebssystem installiert. Sächsischen Firmen geht es darum, für eigene Produkte jene bestehenden Vertriebswege mit zu nutzen oder wo das nicht möglich ist, einen Vertrieb neu aufzubauen. Das kann wiederum durch eine kooperative Tätigkeit mit östlichen Fachkräften geschehen. Zu vertreiben wären sächsische Produkte, die in hoher Qualität und in schnellen Lieferzeiten auf dem Ost-Markt verfügbar wären. Dafür müssen die Absatzgebiete und die potenziellen Kunden im Ausland bestimmt werden. Das deutsche Unternehmen muss weiter Marketingmaßnahmen bedenken. Eine Betreuung der östlichen Fachkräfte ist zu vollziehen; wahrscheinlich muss eine Anpassungsqualifizierung für das Ost-Personal durchgeführt werden. Beim Vertrieb sind auch die Besonderheiten des jeweiligen Landes hinsichtlich des Vertragsrechts, der Verträge mit dem dortigen Personal sowie die Zahlungsabwicklungen zu beachten.
Bei den Gesprächen in Torgau während der Börse wurden solche Punkte behandelt.
Den an der Börse teilnehmenden sächsischen Betrieben ist klar geworden, dass mit dem Gelingen des Vertriebs der Produkte oder der Fertigung durch osteuropäische Firmen, die eigenen Arbeitsplätze sicherer werden.
Die nächste internationale Unternehmerbörse Ost-West findet am 25. und 26. September 2003 in Torgau statt. Wiederum werden die Vorbereitungen gemeinsam mit dem Landratsamt Torgau-Oschatz, der Stadtverwaltung Torgau und des Regionalmanagement Torgau-Oschatz-Döbeln vollzogen.


Kooperationsbörse im Rathaussaal, Torgau: Anmeldung und Begrüßung von Unternehmern
aus Osteuropa
   

Während der internationalen Kooperationsbörse: Firmenvertreter der Branchen Elektronik, Umwelttechnik, Consulting bereiten die Kontaktgespräche vor

© by Dr. Uwe Niedersen

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