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Erinnerungen an Abraham Milezkij, Architekt des Denkmals der Begegnung an der Elbe
Abraham Milezkij, ein Mensch, der im Krieg, wie so viele andere auch, alles verloren
hatte, die Familie, das Zuhause, und der, wie er uns einst erzählte, damals nirgendwohin
zurückkehren konnte. Ein Mensch, der nach viel erfahrenem Leid den Sinn des Lebens über
seine Aufbauarbeiten an der Augustus-Brücke in Dresden und dem Begegnungsdenkmal in
Torgau wiederfand.
Abraham Milezkij war es, der seinem kommandierenden General die Variante eines durch
Einfügung eines Panzers oder Geschützes, um ein militärische Stärke demonstrierendes
Denkmal der Begegnung zu haben, ausredete.
Das von mir in Torgau geschaffene Denkmal versinnbildlicht keine Gegnerschaft zum
deutschen Volk. Ich wollte, daß das Denkmal in einer wiedergeborenen Stadt auf neuem
Boden und an eben einem solchen Fluß stehen soll, wo die Kriegswunden geheilt sind. Ich
habe das Denkmal in Torgau entworfen und mit deutschen Kollegen (Hacker, Köhler)
errichtet".
Es ist schon eine Tragik, wenn Abraham Milezkij einerseits mithalf eine Diktatur zu
beseitigen, doch andererseits Dienst tat, durch den automatisch eine andere Diktatur, die
von Stalin, gefestigt wurde. Milezkij zog es im Verlaufe seines Lebens auf die Seite der
Regimekritiker.

1992 verließ Milezkij enttäuscht die Ukraine und siedelte
mit seiner Frau Natascha nach Israel über.
Mit großer Freude nahm er 2000 die Einladung zum Elbe Tag nach Torgau an. Hier lernten
wir ihn persönlich kennen.
In seinem Reisegepäck hatte er einen Brief an den Bürgermeister von Torgau, geschrieben
von Ehud Olmert, damals Bürgermeister von Jerusalem, heute Regierungschef von Israel.
Der Brief aus Jerusalem enthielt die Einladung für ein Zusammenwirken der Bürgerschaft
beider Städte.
© by Dr. Uwe Niedersen