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Apollo-Sojus, 17. Juli 1975 (Teil I)

Die Weltraumbegegnung zwischen Russen und Amerikanern in ihrer Beziehung zu Torgau an der Elbe - eine Untersuchung der technisch-ballistischen Seite des Projekts.
Die Sinnhaftigkeit, eine Untersuchung vorzunehmen, ob das Treffen der Russen und Amerikaner im All 1975 irgendwie auch eine Beziehung zu Torgau aufweist, ergibt sich aus der Elbe-Begegnung der verbündeten Armeen von 1945.
Wenn es, so kann gefragt werden, eine Begegnung an der Elbe gab, dann könnten die am Apollo-Sojus Testprojekt (ASTP) Beteiligten es durchaus so eingerichtet haben, 30 Jahre später über der Elbe ihre Raumschiffe zu koppeln und sich gar in den Apparaten über Torgau die Hände zu reichen. Das ist vorerst eine, sagen wir, berechtigte, aber doch schwache Vermutung, noch nicht belegt. Suchen wir die Wahrheit!

Wie wollen wir bei unserer Untersuchung methodisch vorgehen?
Natürlich müssen die Quellen studiert; daraus geschöpft und für die Argumentation Texte zitiert werden; doch ist der Gegenstand der Bearbeitung so komplex, daß zuerst eine Systematik beim Vorgehen bestimmt werden muß.
Einer der Teilnehmer an der Apollo-Sojus Mission von 1975, der Astronaut Vance Brand, führte in seiner Ansprache zum 25. Jahrestag des Fluges, 2000 in Houston, Texas aus: "Zwei Ziele wurden mit dem Projekt verfolgt, zum einen wurde ein technisch ausgereiftes Andocksystem entwickelt, das heute noch beim Koppeln an die Internationale Raumstation erfolgreiche Anwendung findet und zum anderen sollte in der Zeit des Kalten Krieges die Diplomatie zwischen den Gegenparteien verbessert werden" (In: NASA Dryden News Releases, 2000, 00-53; meine Übersetzung

Rolf Dutzmann schrieb in der "Flugrevue" Nr.10, 1975: "Die Durchführbarkeit der Zusammenarbeit von Bodenstellen zweier Nationen wurde nachgewiesen. Die internationale Natur des Raumes hat völkerverbindende Wirkung."
Sagen wir es vielleicht so, auch um damit die gesuchte Systematik für das weitere Vorgehen bereitzustellen: Die Träger der Apollo-Sojus Mission hatten einerseits ein technisches und ballistisches Aufgabenfeld zu bearbeiten und andererseits wurde in beiden Ländern auf einer hoch empfindlichen politischen und diplomatischen Klaviatur gespielt.
Wir wollen uns folgend in einem ersten Teil des Artikels der technisch-ballistischen Seite der amerikanisch-russischen Weltraumbegegnung zuwenden.
Um es auf den Punkt zu bringen: Zwei Fragen sind es, die uns aus Torgauer Sicht zu interessieren haben: Überspannte die durch die Ballistiker beider Technikergruppen zuvor berechnete Erdumlaufbahn (der Orbit) der Raumschiffe auch den Raum über Torgau an der Elbe?
Sollten solche Koordinaten tatsächlich zitierbar sein, dann muß zweitens gefragt werden: Über welche Länder und Städte war die technisch und ballistisch interessante Kopplung der Raumschiffe Apollo und Sojus vollzogen worden und wiederum auf die Erde bezogen, über welchen Regionen erfolgte die Begegnungszeremonie, einschließlich des Handschlages der Comander?
"Auf die Erde bezogen" bedeutet, sich ein Verständnis über die Zeitdauer von Tätigkeiten der Raumfahrer in ihren um die Erde rasenden Apparaten zu den Städten, Regionen, Ländern der Erde, über die sich der Orbit spannte, zu erarbeiten.
Weiland (1873) ließ Jules Verne seine Romanhelden Phileas Fogg und den Begleiter Passepartout in der sensationellen Kürze von 80 Tagen um die Welt reisen; die Raumschiffbesatzungen, USA: Thomas Stafford, Donald Slayton und Vance Brand; Sowjetunion: Alexej Leonov und Valerij Kubasov benötigten für einmal um die Welt nur noch (etwas mehr als) 80 Minuten.
Die Geschwindigkeit der Raumschiffe betrug 28.000 km/h. Das heißt, in 1 Sekunde werden 7,8 km zurückgelegt (1 min = 468 km).
Einmal angenommen, daß über Torgau geflogen wurde, dann wäre die Strecke, ca. 8 km, daß entspricht etwa dem "Großraum" von Zinna-Welsau, über Torgau-Stadtmitte und Werdau-Graditz, in einer Sekunde durchrast worden.
Was könnten die Raumfahrer in ihren "fliegenden Kisten" in dieser einen Sekunde über dem "Großraum" Torgau wohl verrichtet haben? Fast nichts Definierbares! In einer Sekunde kann nicht gekoppelt und auch nicht begegnet werden.
Die Frage, ob die Kopplung und die Begegnung über Torgau stattfand, ist so formuliert ungenau gestellt, also nicht besonders sinnvoll. Wir müssen bei unseren Untersuchungen anders herangehen und herausfinden, wann der Prozeß "Kopplung" bzw. der der "Begegnung" zeitlich begonnen hatte und wann dieser jeweils seinen definierbaren Abschluß fand. Wenn wir diese Zeitangabe haben, die Geschwindigkeit der Raumschiffe ist, wie oben schon mitgeteilt, auch bekannt, dann errechnen sich leicht die durchflogenen Wegstrecken des Kopplungs- und des Begegnungsprozesses. Diese sind dann einfach auf irdische Entfernungen zwischen irgendwelchen Städten und Regionen projizierbar. Ein Beispiel: Wenn der Kopplungsvorgang der Raumschiffe in 5 Minuten vonstatten gegangen wäre, dann hätten die Raumschiffe dabei 2.340 km zurückgelegt, d.h. sie hätten während dieser Dauer sehr viele Städte und Regionen sowie mehrere Länder Europas überflogen. Sinnvollerweise kann gefragt werden (immer angenommen man flog über Torgau), was etwa lagen gerade für Manöver der Raumschiffe an, beim Koppeln oder beim Begegnen der Raumfahrer, als sie über Torgau dahin schnellten. Das wäre keine falsche Frage.
Schauen wir uns die Quellen an, um zuerst zu erforschen, ob die damals geflogene Erdumlaufbahn (der Orbit) auch die Stadt Torgau überspannte.
Um es nicht zu spannend zu machen, wir können auf die uns selbst gestellte Frage mit einem klaren "Ja!" antworten: Torgau wurden überflogen. Wobei wir weiter davon ausgehen können, daß mindestens bei rund 16 Umkreisungen in 24 Stunden (also pro Tag) stets der gleiche Orbit geflogen wurde. Die erste von uns genutzte Quelle ist ein handschriftliches Frageformular, die Docking.INFO die Milton E. Reim, der Chefkommunikator vom Lyndon B. Johnson Space Center am 17. Juli 1975 mit der Release No: 76 freigab (siehe Abb.1).

Docking-Info.gif (76408 Byte)
Abb. 1: Das sind handschriftliche Informationen, die M.E. Reim (NASA) der ungeduldig wartenden Journalistenschar
noch am 17.Juli 1975 mitteilte (Antwort vom 03.06.03 auf eine Nachfrage des Förderverein Europa Begegnungen bei der NASA.)
Formular: Archiv Förderverein Europa Begegnungen

Das ist übrigens das Prachtstück in den Unterlagensammlungen, die der Förderverein Europa Begegnungen e.V. von der NASA erhalten hatte.
Wir finden die ersten Koordinaten in dem Flugformular der NASA: Das "Harte Docken", d.h. der Kopplungsprozeß, bei dem die Mechanismen die Verschlußarme beider aneinanderliegender Raumschiffe begannen zuzugreifen, zuzuschnappen, war gerade über einem Punkt (gefälltes Lot) mit den Koordinaten: Breite: 40° 29' 00'' Nord und der Länge: 18° 48' 00'' West gestartet worden. Die Koordinaten verweisen auf einen Punkt im Atlantischen Ozean, westlich der Küste von Portugal, welcher auf der Flugbahn lag.
Die nächsten Koordinaten, die für uns interessant sind, sind die der französischen Stadt Metz; Breite: 49° 07' 00'' Nord und der Länge: 6° 07' 00'' Ost. Die NASA gab über die Autoren Edward Clinton Ezell und Linda Neuman Ezell die Information frei, daß die Begegnungszeremonie, nach geöffneter Luke 3, in den gekoppelten Raumschiffen begann, als diese gerade Metz überflogen. Die o.g. Koordinaten zitieren wir nach E.C. und L.N. Ezell, in: The Partnership: A History of the Apollo-Soyuz Test Project, in: Published as NASA Special Publication - 4209; Kapitel 11.3, S.4, 1978.

Schließlich erhielten wir von russischer Seite, über die authentischen Notizen des Raumfahrt-Journalisten Horst Hoffmann (Berlin) die Information, daß die gekoppelten Raumschiffe über Deutschland einen Orbit flogen, der sich, so wurde den Journalisten damals in Moskau mitgeteilt, zwischen Alsfeld (Hessen) und Erfurt (Thüringen) hinzog: Alsfeld, Breite: 50° 45' 0'' Nord und Länge 9° 16' 00'' Ost sowie Erfurt, Breite: 50° 58' 38'' Nord und Länge 11° 01' 30'' Ost.
Die Frage war für uns, verlief der Orbit nun genau dazwischen oder mehr zu der einen oder anderen Stadt hin verschoben. Ein Sonderdruck der Deutschen Post "Kopplung Apollo-Sojus", herausgegeben vom Arbeitskreis Geophysik-Weltraum der DDR, Erfurt am 17.07.1975 (Stempelaufdruck) half uns weiter. Die Koordinaten, etwas nördlich von Erfurt (Thüringen) liegend lauten: Breite 51° 0' 00'' Nord und Länge 11° 0' 00'' Ost. (Anzumerken ist, daß uns diese Quelle Herr Joachim Jeschke, Torgau bereitstellte.)
Uns stehen nunmehr drei durch sichere Quellen belegte Koordinatenpunkte zur Verfügung.
Der Leser könnte jetzt einen Atlas nehmen, die West-Europakarte aufschlagen und mit einem Lineal die drei genannten Punkte verbinden; besser ist es, einen Faden zu legen, um die leichte Krümmung der Bahn mit zu berücksichtigen. Projizieren wir jetzt die erhaltene Bahn über Erfurt hinaus, weiter in Richtung Elbe, dann gelangen wir, welche Freude, zu der sächsischen Stadt Torgau an der Elbe: Breite: 51° 33' 00'' Nord und Länge 13° 00' 00'' Ost.
Ein Zufall oder eine "Laune" der Ballistik ist das wohl nicht!
Wenn wir nun wissen, die Erdumlaufbahn beim Apollo-Sojus Testprojekt überspannte auch Torgau an der Elbe, dann wäre es in einem zweiten Schritt wichtig festzustellen, was waren über Torgau gerade für Manöver der Raumschiffe im oder Tätigkeiten der Menschen in ihnen im Gange.
Wurde gerade während des Kopplungsmanövers Torgau überflogen?
Fanden Elemente der Begegnungszeremonie der russischen und amerikanischen Crew über Torgau statt?

Schon jetzt können wir beide Fragen positiv für Torgau beantworten: Es gibt einen Elbe Space Day bzw. einen Elbe Day II (wenn wir das Treffen von 1945 mit Elbe Day I bezeichnen)! Es ist der 17. Juli in einem jeden Jahr. Torgau kann sich freuen.
Nicht weil wir als Torgauer Bürger noch eine Begegnung mehr haben wollen; es ist die objektive Quellenlage, die uns Sicherheit gibt und sogar gestattet, Auskunft darüber zu geben, was über Torgau mit und in den Raumschiffen ablief.
Zwei Quellen der NASA sind es, die wir heranziehen werden. Zum einen nutzen wir weitere Angaben der Docking.INFO, siehe Abb.1, und zum anderen sind es die Tonbandmitschnitte der Gespräche zwischen den Raumfahrern oben und den Bodenstationen unten auf der Erde. Wann (durch Angaben in Weltzeit (GMT) sowie in Zentralamerikanischer Zeit (CDT) oder MEZ) und was (Inhalte) durch die Raumfahrer gerade getätigt wurde, war stets von ihnen gesprochen, kommentiert, erläutert worden: da wurde gelacht, ernsthaft etwas hinterfragt, gemahnt, gelobt, ermutigt, manchmal wurde auch geflucht.
Alles während des Apollo-Sojus Testprojektes Mitgeschnittene besitzen wir im Förderverein Europa Begegnungen e.V. Schwarz auf Weiß und zwar mit Datum und Zeitangaben, auf die Sekunde genau.
Weil wir die Geschwindigkeit, die Kilometerentfernungen zwischen den drei (bzw. mit Torgau vier) Koordinatenpunkten kennen, sind für uns die (absoluten) Zeiten in Minuten und Sekunden irgendwelcher Manöver der Raumschiffe oder Tätigkeiten der Raumfahrer ablesbar bzw. berechenbar.
Das, was die Raumfahrer konkret taten und wie spät es gerade dabei war, besitzen wir durch die, wie gesagt, gedruckten Protokolle der Tonbandmitschnitte der NASA.
Belegen wir folgend, daß der Kopplungsvorgang (Docking) auch in dem Raum über Torgau an der Elbe statt fand, und versuchen wir, dabei eine genaue Beschreibung des gerade ablaufenden Kopplungsmechanismus zu geben.

Die Daten entnehmen wir der Abb.1; der Leser sollte jeweils vergleichen.
Die ersten Apollo Bilder, die die Sojus im All vor dem Koppeln sichtbar machten (showing Soyuz), wurden am 17.07.1975, um 11 Uhr 3 Minuten Zentralamerikanischer Zeit (CDT) oder 16 Uhr und 3 Minuten Welt- oder Greenwicher Zeit (GMT); 17 Uhr und 3 Minuten unserer Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) in einer Höhe (einem Orbit) von 141 : 140 SM (1 Statute Mile = 1,60934 km) geliefert. 51 Stunden und 43 Minuten bedeutet die generelle (absolute) Zeit (GET), die nach dem Start von Apollo vergangen war.
Der Vorgang des Weichen Koppelns (soft docking) begann 11 Uhr 9 Minuten und 9 Sekunden CDT und zwar 620 Statute Miles (SM) westlich von Portugal (Küste). Weiches Koppeln bedeutet, daß die Raumschiffe zueinander in einer Position waren, bei der die beiden Kopplungsstutzen aneinanderliegen, ohne bereits geschlossen, verankert zu sein.

Das Harte Koppeln (hard docking) begann 11 Uhr 12 Minuten und 30 Sekunden CDT und war 11 Uhr 18 Minuten und 36 Sekunden CDT abgeschlossen (docking power off).
Das Harte Koppeln begann etwa 360 Nautische Meilen (nautical miles) nordwestlich der Küste Spaniens (1 Nautische Meile = 1,852 km).
Nachzutragen wäre noch, daß nach 51 Stunden, 49 Minuten und 10 Sekunden absoluter Zeit nach dem Start von Apollo ein Orbit mit den Parametern von 226,5 km (maximaler Höhe) zu 226,2 km (minimaler Höhe) eingenommen und die Erdumrundung in 88 Minuten und 55,2 Sekunden absolviert worden war.
Was sagen die Ausschnitte des Protokolls der Tonbandmitschnitte über das Weiche Koppeln am 17. Juli 1975;
Abkürzungen:
ACDR = USA Apollo Commander (Thomas P. (Tom) Stafford)

CMP = USA Command Module Pilot (Vance D. Brand)
DMP = USA Docking Module Pilot (Donald K. (Deke) Slayton)
SCDR = UdSSR Sojus Commander (Alexej Leonov)

SFE = UdSSR Flight Engineer (Valerij Kubasov) (Flugingenieur)
CC-H = USA CAP COMM (H = Houston)
CC-M = UdSSR CAP COMM (M = Moskau)

USA = USA unidentified spacecraft speaker (nicht identifizierte Stimme im Raumschiff)
USSR = UdSSR unidentified spacecraft speaker (nicht identifizierte Stimme im Raumschiff)
Zeit in GMT: 

" 16 06' 47'' SFE Tom, ich sehe Dein Raumschiff
ACDR (Ja)
ACDR (Wir sehen Sojus. Es ist wunderschön. Wir sehen das Periskop.)
16 07' 08'' SFE Es ist ein gutes Bild.
16 07' 28'' SFE Tom, das Positionsmanöver ist abgeschlossen.
ACDR (Roger)
SCDR Die Position zum Koppeln wurde hergestellt.
ACDR (Ich nähere mich Sojus)
16 07' 52'' SFE Tom, bitte vergiß darüber nicht Deine Maschine.
ACDR (Gelächter) ... Yeah
16 08' 18'' SCDR Informiere uns über die Annäherungsentfernung1
ACDR (Sehr gut; halber Meter)
ACDR (Weniger als 5 Meter Abstand)
SCDR 5 Meter
16 08' 55'' ACDR (3 Meter)
ACDR (1 Meter)
16 09' 03'' SCDR Roger"

In: ASTP, Onboard Voice Transcription; NASA, Johnson Space Center, Houston, September 1975; Reg. Nr. JSC - 0996.6
Welcher Prozeß des Koppelns war im Gange als Torgau überflogen wurde?
992 km westlich vor Portugals Küste begann das Weiche Koppeln (Mitteilung R. Dutzmann, ebd.). Die Zeitdifferenz zwischen dem Beginn des Weichen Koppelns und dem Beginn des Harten Koppelns betrug 3 Minuten und 21 Sekunden. Diese Zeit entspricht einer Wegstrecke von 1.568 km. Die Zeitdifferenz bis zum Abschluß des Harten Koppelns betrug 9 Minuten und 27 Sekunden; das sind 4.423 km Flugzeit.
Von der Küste Portugals bis Torgau an der Elbe sind es 2.000 km. Die 992 km müssen noch hinzu addiert werden: 2.992 km.
Ergebnis: Der Prozeß des Harten Koppelns, d.h. das Schließen der Greifarme der Kopplungsstutzen der Raumschiffe Apollo und Sojus war über der Stadt Torgau an der Elbe in vollem Gange.
Die da oben waren also gerade mit dem Koppeln, d.h. dem Verschließen der beiden Raumschiffe beschäftigt, als sie Torgau überflogen.
Welcher Teil der Begegnungszeremonie lief in den gekoppelten Raumschiffen ab, als diese über Torgau waren? Zuerst sei das Tonbandprotokoll zitiert:
Mission Commentary NASA; HQ; Reg.Nr. MC 208/1-4
(Übersetzungen dieses und des obigen Zitates von Gabriele Opitz und Dr. Uwe Niedersen):
Ausschnitte vom 17.7.1975; Zeit in CDT:

"ACDR Okay. Wir gehen um zu Öffnen.
14:16:28 CMP Die Kamera läuft.
DMP Sehen bei Euch unten die Dinge gut aus, Bo ?
14:17:26 CC-H Wir haben ein großartiges Bild von Tom und der Luke.
ACDR (Alles ist in Ordnung. Ich öffne Luke 3)
DMP Mach weiter - mach weiter, Tom.
ACDR Phantastisch.
ACDR Komm her und laß uns die Hände reichen.
ACDR (Alexej. Unsere Zuschauer sind hier. Komm bitte her)
ACDR (Ja. Komm her)
ACDR Komm her. Wende Dich zur Kamera. Schalte die Fernübertragung ein.
14:19:26 SCDR Freue mich, Dich zu sehen.
ACDR
   
   
Freue mich, Dich zu sehen.
(Bemerkung - U.N.: Hier beginnt der Handschlag beider Comander, gerade über Metz; vgl. auch Abb.2)
DMP Das ist Sojus und die Vereinigten Staaten (Gelächter).
ACDR (Valerij ! Komm her. Valerij ! Wie steht's ?)
SFE Hallo. Ich (unverständlich) sehe Euch.
ACDR (Wir auch.)
CC-H Kommandomodule, Houston. Wir hören Sojus noch nicht sehr gut. Hören Sie sie.
CMP Laut und klar.
14:21:34 CMP Okay
USA Yea
USA (Lachen)
USSR Es ist ein gutes Bild.
USA Houston, wie ist der Empfang ?
CC-H Wir empfangen Dich laut und klar, Tom.
ACDR Okay. Hast Du das Bild bekommen ?
14:21:58
   
CC-H
   
Verstanden. Wir haben ein gutes Bild von der Luke und Euch Menschen innerhalb des Tunnels."


Weil wir gemäß der mit einem O.K. durch die NASA gegengezeichneten Angabe von Edward Clinton Ezell und seiner Frau wissen, daß um 14 Uhr 19 Minuten und 26 Sekunden CDT als die Comander bei bereits geöffneter Luke begannen ihr gegenseitigen herzliches Willkommen auszusprechen, die Stadt Metz in Frankreich überflogen wurde und die Luftlinie Metz - Torgau 580 km beträgt, können wir die verflossene Zeit bis Torgau angeben:
580 km = 76 Sekunden. Addieren wir 1 Minute und 14 Sekunden zu 14 Uhr 19 Minuten und 26 Sekunden, dann überflog Apollo Sojus 14 Uhr 20 Minuten und 40 Sekunden in einem zweiten Umlauf wiederum Torgau an der Elbe. Nach unserer MEZ war es am 17. Juli 1975 abends, 20 Uhr 20 Minuten und 40 Sekunden.
Was lief nun zwischen Stafford (USA) und Leonov (UdSSR) in dem Sojus-Begegnungsmodul im Raum über Torgau ab?

Wenn jemand von Torgau aus mit einem fiktiven Fernrohr damals in die gekoppelten Raumschiffe hineinschauen konnte, dann wäre wohl der anhaltende Handschlag schon beendet gewesen und gesehen hätte der Torgauer die Umarmungen der Comander, und bei guter Tonübertragung hätte er wahrscheinlich einen freundlichen Wortwechsel und Lachen vernommen; vgl. obiges Zitat.
Fazit: Torgau kann am 17. Juli eines jeden Jahres einen Elbe Space Day bzw. einen Elbe Day II begehen; Kopplung und Handschlag erfolgten auch über Torgau.

In einem zweiten Teil wollen wir über die politische und diplomatische Seite des Apollo-Sojus Testprojektes in Beziehung zu Torgau berichten.


Abb.2: Stafford, USA (oben) und Leonov, UdSSR
(unten) vollziehen den "himmlischen Handschlag":
17.07.1975, ca. 20.20 Uhr MEZ.
Foto:
Copyright NASA; ASTP Image Gallery

Am 17. Juli jährte sich die Kopplung von Apollo-Sojus
auf einer Umlaufbahn, die auch über Torgau an der Elbe verlief.
Foto:
Copyright NASA; ASTP Image Gallery

© by Dr. habil Uwe Niedersen

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