- Fotoausstellung - |
| 1 Auf
dem Foto sind Fahrzeuge der Kotzebue-Patrouille zu erkennen. Die Aufschrift am Jeep
verweist auf das 273. Infanterie Regiment. Hier der Hof eines Bauerngehöftes in Kühren,
in dem die Kotzebue-Leute vom 24. auf den 25.4.1945 übernachteten. 2 Zu Fuß, mit dem Fuhrwerk, gelegentlich mit noch vorhandenen Militär- Lkws, aber ohne Waffen; Verwundete aus Lazaretten, versprengte deutsche Soldaten "verlagerten" sich oftmals selbst in Richtung Westen. Damit war für sie der Krieg vorbei. 3 Am Kriegsende 1945 wurden noch 16- jährige Schüler zur Wehrmacht eingezogen. Diese waren zusammen mit dem Volkssturm das letzte Aufgebot.4 Der Bürgermeister des zwischen Mulde und Elbe gelegenen Ortes Wermsdorf, hier auf dem Jeep stehend, erhielt von der Craig- Patrouille (US-Armee), 25.4.1945, folgende Anweisungen, die er den Einwohnern mitzuteilen hatte: Häuser sind weiß zu beflaggen; Wehrmacht hat in Gefangenschaft zu gehen; - Sammelpunkt ist das Lazarettgelände; bei Nichtbefolgung würde die Stadt mittels Artillerie dem Erdboden gleich gemacht. 5 Die meisten Deutschen zog es zu den Amerikanern. Sehr oft hatte sich die Goebbels- Propaganda über Russen, die vergewaltigten, plünderten und töteten bestätigt. Der amerikanische Patrouillenführer Kotzebue erlebte beim Betreten eines Bauernhauses, dass sich aus Angst vor den Russen, eine ganze Familie vergiftet hatte. 6 Der Führer der amerikanischen Patrouille, Major Frederick W. Craig, gab den Sanitätsoffizieren der Wehrmacht Anweisungen, wie mit den Vorbereitungen begonnen werden könnte, die Verwundeten im deutschen Militärlazarett Wermsdorf (Schloss Hubertusburg), Belegung annähernd 2000 Personen, hinter die amerikanischen Linien zu bringen. 7 Auftauchende amerikanische Jeeps, wie hier in den Ortschaften zwischen Mulde und Elbe, wurden sofort umlagert; Einwohner Flüchtlinge, "Ost- Arbeiter, alliierte Kriegsgefangene; ein Gewirr verschiedener Sprachen war dabei zu hören. 8 Flüchtlingsströme ziehen westwärts, Richtung Mulde, zu den Amerikanern. 9 In den von Amerikanern besetzten Ortschaften wurden der deutschen Bevölkerung oft die Versorgungsmagazine geöffnet; hier eines in Torgau, Dommitzscher Straße. Jeder begann für sich und für die Familie "zu organisieren", weil man überleben wollte. 10 Die Gefangennahme selbst war unproblematisch. Die amerikanischen Patrouillen zwischen Mulde und Elbe (wie die von Albert Kotzebue, Frederick Craig und William Robertson) begegneten um den 24./25. April Wehrmachtssoldaten, welche die Bereitschaft zur Gefangennahme unmissverständlich anzeigten. Dafür schrieben ihnen die GIs "Scheine für Wohlverhalten" aus, welche die deutschen Soldaten sicher zu den Sammelstellen, u. a. westlich der Mulde führen. 11 Sammelstelle für die deutschen Gefangenen war u. a. Trebsen, der Befehlsstand des 273. Infanterie Regiments US- Armee, Westseite der Mulde 12 General der Panzertruppen und Kommandierender General des XXXXVIII. Panzerkorps Maximilian Reichsfreiherr von Edelsheim, hinter ihm Oberstleutnant i. G. Seidel. General Edelsheim führte am 4. Mai 1945 im Rathaus in Stendal mit Generalmajor James E. Moore von der 9. US- Armee Verhandlungen, um Teile der Wehrmacht und Flüchtlinge in die Obhut der Amerikaner auf die Westseite der Elbe zu geleiten. 13/14 Der General der Panzertruppe und Oberbefehlshaber der 12. Armee, Walther Wenck(Foto links) sowie sein Generalstabschef, Oberst Günther Reichhelm, haben den Befehl Hitlers und des OKW verweigert, denn sie fanden sich nicht dazu bereit, noch über hunderttausend Wehrmachtssoldaten bei Kämpfen in Berlin zu verheizen. Walther Wenck wurde nach dem Krieg angeboten, als erster Generalsinspekteur der Bundeswehr Dienst zu tun. 15/16 Durch das Abdecken der Südflanke der Armee Wenck hatte das XXXXVIII. Panzerkorps unter Edelsheim mitgeholfen, dass Wenck (der letzte Befehlsstand in den Tagen vom 5. bis 7. Mai 1945 in Klietznick) den Kessel von Halbe (9. Armee; General Busse) und das eingeschlossene Potsdam (General Reymann) öffnen konnte. Über hunderttausend Soldaten der Wehrmacht sowie viele deutsche Flüchtlinge aus dem Osten erreichten tatsächlich die Elbe. 17 Auf diesem Gutshof bei Leckwitz traf Leutnant Albert L. Kotzebue (im Vordergrund) am 25.4.1945,11.30 Uhr, auf den ersten sowjetischen Soldaten einen kasachischen Kavalleristen. Die Gruppe Fremdarbeiter war überrascht, doch glücklich, Amerikaner zu sehen.18 Plötzlich stand Kotzebue mit seiner Patrouille in Strehla an der Elbe, gegenüber lag der Ort Lorenzkirch. Dort waren schon die Sowjets. Ein Boot half die Elbe zu überqueren. 19/20/21 Die Kotzebue-Patrouille sah das Leichenfeld von Lorenzkirch. Eine schreckliche Szene! Für die Begegnung beider Armeen als Symbol völlig ungeeignet. Der Politchef, Oberst Karpowitsch, stoppte das Vorhaben und verwies die Amerikaner zurück auf die Westseite der Elbe. Diese Leichenszene ergab nicht die Fotos, die man dem Genossen Stalin von der historischen Begegnung vorlegen konnte. 22 Das Zusammentreffen wurde 3 km flussabwärts wiederholt. Mittels dortiger Handfähre war Kotzebues Jeep nach Kreinitz übergesetzt worden. 23 Mitglieder der Kotzebue-Patrouille des 273. Regiments der US-Armee mit einer russischen Köchin und sich selbst befreiten alliierten Kriegsgefangenen aus dem Lager Mühlberg. Auf dem Bild ist Joseph Polowsky zu erkennen (links stehend mit Stahlhelm). Er trägt hier eine Brille. Das Foto entstand am 25. April 1945 in Kreinitz (Elb-Ostseite) gegen 18.00 Uhr. 24/25 Im Hintergrund die Papierfabrik von Johannes Wiede in Trebsen an der Mulde (Westseite). Die fabrikeigene Brücke war als einzigste intakte Muldebrücke verblieben; darüber rollten die Aufklärungsjeeps der amerikanischen Patrouillen. Die Fabrikantenvilla diente dem 273. Regiment, Oberst Adams, als Befehlsstand. 26/27 Der einst von der Dortmunder Brückenbau Union errichtete 100 m Stahlbogen, welcher als Teil der Elbbrücke direkt das Flussbett überspannte, war am 4.9.1933 dem Verkehr übergeben worden. Seine Lebenszeit währte nicht lange. Nach der Sprengung am 24./25.4.1945 lag ein deformiertes Skelett im Flusswasser. Der US-General Huebner hatte bei seinem Treffen am 27.4 in Werdau den Russen den Vorschlag gemacht, die Elbbrücke als amerikanisch- russisches Gemeinschaftswerk wieder aufzubauen. Die Amerikaner benötigten Zufahrtswege nach Berlin. Sie bedachten bereits die Zeit nach dem Krieg. 28 Leutnant Silwaschko, Major Larionow, stellv. Regimentskommandeur des 173. Garderegiments und Patrouillenführer William Robertson vom 1. Bataillon des 273. Regiments beim Fototermin der Armeejournalisten in der Villa des Fabrikanten Wiede in Trebsen (Mulde) am 25.4.1945, gegen 21.00 Uhr. 29 Major Larionow reichte Robertson die Hand und sagte: "Hier
steht die Rote Armee"!, Hauptmann Neda rechts. 30 Oberst Adams lud zu einem kleinen Imbiss ein; Adams, Major Larionow und Robertson, letzterer schon deutlich erschöpft am Tisch sitzend. Adams betrachtet mit heiterer Miene den ersten sowjetischen Major, der ihm über den Weg lief. Larionow sprach leider kein Wort Englisch. 31 Eine attraktive Soldatin während der Begegnung war Lola, die georgische Dolmetscherin, bei Fototerminen stets umlagert. 32 Einfache russische Soldaten auf der Ostseite der Elbe.33 Das Ereignis, die Begegnung von Torgau am Vortage und die Anwesenheit sowjetischer Emissäre in den amerikanischen Befehlsständen an der Mulde, hatten sie auf Robertsons Spuren nach Torgau gelockt. Das Sichtzeichen für die Sowjets, Robertsons handgefertigte Fahne, war für Fotos attraktiv; Fotografen setzten (v.l.) Huff, Robertson und Payne (kein Patrouillenmitglied) auf der Straße, die parallel zur Elbe verläuft, heute Pestalozzi-Weg, in Szene. 34 Auf der Ostseite beginnt ein buntes Treiben. Soldaten tanzen, man ist ausgelassen und in bester Stimmung. Zeit war vorhanden, die Generäle würden ja erst 16.00 Uhr kommen. 35 Für ein Foto posieren: v.l.n.r. Shdanow, Grebennikow, Reinhardt, Russakow, Rogow. Der Handschlag der Generäle Emil Reinhardt und Wladimir Russakow; Torgau, am 26.4.1945, gegen 17.00 Uhr. 36 Die amerikanischen Offiziere verlassen die Ostseite; im Hintergrund die zerstörte Eisenbahnbrücke, Linie Leipzig Cottbus - Sorau. 37 Offiziere um Divisionskommandeur W. Russakow u. a. Hauptmann Neda und die Oberstleutnante Gordejew und Grebennikow. 38 Für die Treffen der Generäle Courtney Hodges und Omar Bradley war vor dem 30.4.45, durch die Sowjets (Pionier unter Leutnant Grigori Prokopjew, geb. 1923 in Archangelsk) eine Pontonbrücke über die Elbe errichtet worden. 39 In Werdau bei Torgau, am 27.4.45, erfolgte eine Begegnung zwischen Reinhardt, Russakow, Huebner (mit Trauerflor am Schulterstück; Roosevelt war verstorben) und Baklanow. Huebner regte hier in Werdau an, die Kommunikation durch den Austausch von Offizieren beider Armeen zu verbessern. 40 Begegnung zwischen den Korpskommandeuren Hodges und Shadow am 30.4.45 in Graditz, im barocken Festsaal des dortigen Gestüts. Es wurde getafelt. Portäts von Stalin, Roosevelt (mit Trauerrand), Churchill und viele Transparente, u. a. "Erschlagt das faschistische Tier in seiner eigenen Höhle und hisst über Berlin die Siegesfahne" 41/42 Bradley (rechts stehend) erhält am 5. Mai von Konjew in dessen CP bei Schlieben das Reitpferd des Marschalls geschenkt; Konjew direkt neben dem Pferd. Am 17. Mai, nach Beendigung der Prager Operation gegen die Heeresgruppe B (Generalfeldmarschall Schörner) ist Konjew Gast bei Bradley, CP in Kassel. Bradley revanchiert sich bei Konjew mit einem Jeep als Geschenk. 43 Im Festsaal sitzt Konjew etwa in der Mitte der Tafel, rechts daneben Bradley und links Generalleutnant William Simpson, Kommandeur der 9. Armee, welche einst als erste die Elbe erreicht hatte. Porträts und Fahnen schmückten den Saal, diesmal keine Transparente. |